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Wie funktionieren Plattenlabels?

So funktionieren Plattenlabels

Durch Do It Yourself (DIY) Musikvertrieb, digitale Downloads und Streaming hat sich die Beziehung zwischen Plattenlabels und Künstlern geändert. Heutzutage kannst du deine eigene Karriere mit guter Musik, Konzerten und Social Media selbst starten. Wer einen Plattenvertrag bekommt, hat meist die grundlegende Arbeit schon selbst erledigt.

Aufsteigende unabhängige Künstler wie Joey Bada$$ und Chance the Rapper sind der Beweis dafür, dass man keine Plattenlabels mehr braucht, um es in der Musikwelt zu etwas zu bringen. Von einem Label gesignt zu werden bietet aber TROTZDEM einige Vorteile.

Was die wesentlichen Elemente der Musikindustrie betrifft, so sind Plattenlabels heute nach wie vor führend, vor allem in den Bereichen:

A&R-Support und Finanzierung

Auch wenn du als unabhängiger Künstler erfolgreich bist, hast du nicht die gleiche finanzielle Schlagkraft wie ein großes Plattenlabel. Labels können deine Musikkarriere richtig in Fahrt bringen, indem sie für die besten Produzenten, Tontechniker und Studios bezahlen.

Marketing und Promotion

Ein Plattenlabel kann dafür sorgen, dass du international Beachtung erlangst. Musiklabels verfügen dank ihrer finanziellen Mittel und gut vernetzten Presseagenturen über beste Verbindungen zum Fernsehen, Radio, den Medien sowie zu Werbe- und PR-Fachleuten. Sie können sogar dafür sorgen, dass deine Musik in einflussreichen Playlists gespielt wird.

Fachmännischer Support

Plattenlabels sind Experten, was die umfangreiche Administration und die rechtliche Seite von Partnerschaften sowie die Musikrechte betrifft. Es gibt eigenes Fachpersonal, das zuständig ist für das Nachverfolgen, Sammeln und Verteilen von Einnahmen an ihre Künstler, Produzenten und die Eigentümer der Rechte.

Vertrieb

Zwar haben Labels nicht mehr wie früher die komplette Kontrolle über die Reichweite von Musik, jedoch können sie ihren Künstlern helfen, den groß angelegten Vertrieb an konventionelle Einzelhändler sowie digitale Services im Griff zu behalten.

Plattenverträge

Plattenvertrag. Gesignt. Label-Deal. Wie auch immer man es nennen mag, es bedeutet, dass ein rechtskräftiger Vertrag zwischen einem Künstler und einem Label besteht. Üblicherweise bezahlt das Label für die Produktion, den Vertrieb und das Marketing von Aufnahmen. Man könnte es auch als Anleihe verstehen. Das Label investiert in deine Musik und deine Karriere und du bezahlst ihm einen festgelegten Anteil deiner Einnahmen.

Das Label stimmt außerdem zu, einen bestimmten Anteil der Einkünfte aus dem Verkauf deiner Musik an dich auszuzahlen.

Bevor du einen Plattenvertrag unterzeichnest, sollte dein Anwalt sich den Vertrag genau durchsehen, damit du auch wirklich jedes Detail sowie die finanziellen Auswirkungen des Vertrags verstehst. Auch die Meinung eines Steuerberaters kann nicht schaden.

Lizenzverträge

Als Urheber und als Interpret hast du die Lizenzrechte. Jedes Mal, wenn dein Song öffentlich gespielt wird, ob in Form von Streaming, im Radio oder sonst wo, hast du Anspruch auf Bezahlung.

Es kommt häufig vor, dass Künstler, die ihr eigenes Label haben, einen Lizenzvertrag mit einem der großen Labels abschließen.

Wenn ein Plattenlabel deine Musik lizenziert, kauft es im Wesentlichen die Rechte auf eine Veröffentlichung von dir und verpflichtet sich zu dessen Herstellung, Promotion und Vertrieb. Es zahlt eine festgesetzte Summe an dich aus und agiert für dieses Album als dein Plattenlabel in der jeweiligen Region, für die die Lizenz gilt.

Vertriebsverträge

Ein Herstellungs- und Vertriebsvertrag (manufacturing and distribution deal, auch M&D-Deal) ist eine vertraglich festgelegte Vereinbarung zwischen einem Plattenlabel und einem Musikvertrieb. Solch ein Vertrag verpflichtet den Vertrieb, die Kosten für die Herstellung eines Albums zu bezahlen, von der Pressung bis hin zum Drucken der Etiketten. Der Vertrieb holt sich die Kosten dafür aus dem Verkauf zurück, zusätzlich zu
einem festgesetzten Prozentanteil des Profits.

Natürlich ist diese Art von Vertrag in Zeiten des digitalen Vertriebs nicht mehr ganz so wichtig wie früher.

So werden A&R-Scouts auf dich aufmerksam

Wir senden die Musik unserer Künstler an Artist & Repertoire Scouts (A&Rs) auf der ganzen Welt. Woche. Für. Woche. Dich bei Spinnup zu registrieren und atemberaubend gute Musik zu machen ist schon einmal ein guter Anfang. Aber es gibt noch einige andere Dinge, die du tun musst, um aus der Masse herauszustechen und von einem A&R-Scout entdeckt zu werden.

Informiere dich über die verschiedenen Labels

Große Labels erhalten jeden Tag Hunderte von Demos. Es ist also wichtig zu verstehen, mit welcher Sorte von Künstlern die jeweiligen Labels zusammenarbeiten. So kannst du gezielt an jene herantreten, die zu deiner Art von Musik passen.

Solides Branding

Du solltest über ein klar identifizierbares Branding verfügen, einschließlich Fotos und Artwork von hoher Qualität sowie einer unübersehbaren Social-Media-Präsenz. Sorge dafür, dass dein Künstlerprofil vollständig und auf dem neuesten Stand ist, und runde es mit deiner Biografie, Fotos von dir und Links zu deinen Social-Media-Kanälen ab.

Sei online und offline präsent

Ohne regelmäßige neue Inhalte auf deinen Social-Media-Kanälen geht es heute nicht. Ganz wichtig: Achte darauf, dass A&Rs deine Musik, Social-Accounts und Website mühelos finden können. Die richtigen Inhalte und präzise Informationen sind das A und O!

Offline-Networking

Neben deinen eigenen Gigs solltest du auch Konzerte von anderen unabhängigen Musikern besuchen. Bei Sofar Sounds erfährst du, welche Gigs in kleinen Veranstaltungsräumen und persönlicher Atmosphäre in deiner Nähe und weltweit stattfinden.

Sei eigenständig

Sobald du bei einem Label unter Vertrag gehst, bist du kein unabhängiger Künstler mehr. Hör deshalb aber nicht auf, an deiner Karriere zu arbeiten. Tatsächlich ist es so, dass Labels immer häufiger nach eigenständigen Musikern suchen, die für Aufmerksamkeit sorgen und mithilfe ihres eigenen einzigartigen Brandings und Marketings ihre Fanbase erweitern können.