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Wie man als Band regenerative Energien nutzen kann

Die Band We Are Rome hat sich der Frage gestellt, wie man Konzerte – trotz viel elektronischem Equipment – ausschließlich mit regenerativen Energien umsetzen kann.

Zusammen mit der Technischen Hochschule Bingen haben sie sich dieser Aufgabe erfolgreich gestellt. Wir freuen uns, das Projekt als Sponsoring Partner unterstützen zu können und haben den Gitarristen der Band (Hannes Porombka) im Interview zu der Idee und Umsetzung befragt.

Wie seid ihr auf die Idee für euer „Renewable Sines“ Konzert gekommen?

Die Idee kam mir im November 2016. Zu der Zeit begann ich viel über das Thema Klimawandel und Energiewende zu lesen und zu hören. Dadurch wurde mir klar, dass wir als Musiker eine Menge CO2 Emissionen verursachen, sei es durch die vielen Fahrten auf Tour oder bei Open Air Konzerten wo riesige Aggregate für die Stromversorgung betrieben werden. Als ich dann eines Tages mit diesen Gedanken im Kopf durch die Wiesen und Wälder um unseren Heimatort joggte, kam die Frage auf ob es möglich ist ein Konzert mitten in der Natur, ausschließlich gespeist durch regenerative Energien, zu veranstalten.

Wie habt ihr eure Energieversorgung auf regenerative Energien umgestellt?

Vor der Umstellung unserer Energieversorgung auf regenerative Energietechniken gab es natürlich ein paar wichtige Dinge zu beachten. Zuerst berechneten wir anhand unserer Backline und der PA die Mindestleistung, welche die Anlage konstant zur Verfügung stellen musste um das Konzert problemlos zu versorgen. Die Verbrauchsangaben findet man meistens direkt auf den Geräten, wir haben für unser Konzert einen Bedarf von 3500 Watt errechnet.

Außerdem informierten wir uns, welche Art der Erzeugung am besten für eine transportable Lösung geeignet ist, denn wenn man das Konzept für alle Arten von Konzerten nutzen will, dann soll dieses mobil einsetzbar sein.

Wir haben dann schnell gemerkt, dass die Informationen zu dem Thema unübersichtlich viel sind, weswegen wir im ersten Schritt die Technische Hochschule in Bingen kontaktierten. Die haben dann relativ schnell zugesagt, dass sie das Projekt gerne im Rahmen einer Studentenarbeit unterstützen wollen. Zusammen mit den Studenten haben wir uns für den Einsatz von Solarpanels entschieden, da diese mobil nutzbar sind, die Größe der für uns erforderlichen Anlage noch übersichtlich ist und diese Lösung zusammen mit einem gutem Speicher relativ wetterunabhängig ist.

Wir hatten auch Glück, dass wir einen der ersten Hersteller für mobile Solarpanels und Speicherlösungen, die Firma Arvey gewinnen konnten, welche uns auch direkt die Unterstützung zugesagt haben. Nachdem wir zusammen mit diesen die Anlage ausgesucht hatten, haben wir noch einen Technikcheck mit unserem gesamten Equipment gemacht. Viele Musiker und wir auch arbeiten ja mittlerweile mit digitalem Equipment, und das reagiert sehr empfindlich auf Stromquellen welche zum Beispiel durch Oberwellen „verschmutzten“ Strom liefern. Die Anlagen von Arvey haben da aber absolut top geliefert und wir hatten trotz einer Großzahl an digitalen Geräten keine Probleme.

So aufwendig das ganze klingt, so sehr hat uns die Zusammenarbeit mit unseren Partnern die Aufgabe erleichtert. Das zeigt für uns, dass das Thema Energiewende nur im Zusammenspiel Vieler möglich ist.

Was können Musiker generell für den Klimaschutz tun?

Die Energieversorgung bei Konzerten auf regenerative Technik umzustellen ist natürlich nur ein Aspekt um als Musiker die CO2 Emissionen zu reduzieren.  Weitere Möglichkeiten, die heute auch schon von Musikern, Veranstaltern und Fans umgesetzt werden, sind z.B. die Anreise zu Proben, Konzerten und Festivals mit öffentlichen Verkehrsmitteln, der Einsatz von energiesparender Lichttechnik, das Catering auf Basis von regionalen Produkten oder auch der Einsatz von wieder verwendbarem Geschirr statt Pappbechern/Papptellern auf Tour.  Ich bin der Meinung, dass dabei jede kleine Aktion hilft. Ich kenne viele Musiker die ihr Equipment im Proberaum stehen lasse – das ist doch ideal um öfter mit dem Fahrrad zur Probe zu kommen.

Was ist aus eurem Konzert denn entstanden und wie war die Resonanz?

Wir haben schon vor dem Konzert viele von der Idee begeistern können, weswegen wir so tolle Partner für die Umsetzung gewinnen konnten. Aber auch danach gab es viel positives Feedback und auch Rückmeldung von Leuten die selbst aktiv werden wollen. So sind wir z.B. gerade mit einem Veranstalter im Gespräch der uns samt der Solartechnik für ein weiteres komplett regeneratives Konzert buchen will. Wir freuen uns über jeden der unsere Gedanken aufgreift, denn natürlich ist unser Projekt nur ein Tropfen auf den heißen Stein und die Herausforderung einer grüneren Musikindustrie kann man nur gemeinsam meistern.


We Are Rome haben die Live Aufnahme ihres Songs Yore, die während des Renewable Sines Projekts entstand, weltweit über Spinnup bei iTunes, Spotify & Co. veröffentlicht:

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