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SPINNUP TOP 5: Künstler, von denen heute (fast) alle Musiker beeinflusst werden

Während du damit beschäftigt bist, die kreativen Grenzen des Acoustic Techno Speed Metal R&B zu erweitern (und hör bitte nicht damit auf, hört sich aufregend an), könnte es dich überraschen, dass du gemeinsame Einflüsse mit beinahe allen aktiven Musikern der heutigen Zeit teilst.

Das überrascht dich? Ist aber so. Und sie auch mit dir. Es gibt eine gemeinsame DNA in der Musik, die alle Musiker miteinander verbindet, und diese fünf Künstler haben mehr zu ihrer Entstehung beigetragen, als die meisten anderen. Wenn du Musik liebst (und da du einen Pulsschlag besitzt, gehen wir davon aus, dass dies so ist), kannst du diesen herausstechenden Persönlichkeiten und dem, was sie uns allen geschenkt haben, dankbar sein.

1. Enrico Caruso 
Falls du jemals die Aufnahme eines Musikers gehört hast oder planst, deine eigene Musik aufzunehmen oder dies bereits getan hast, dann verdankst du das diesem verdienstvollen Italiener. Als die Tonaufnahme im 19. Jahrhundert erfunden wurde, wollten etablierte Künstler nichts damit zu tun haben. Sie sagten, es sei Effekthascherei und unschicklich für einen wahren Künstler. Caruso war damals bereits ein sehr erfolgreicher Tenor, er wollte von all dem nichts hören und wurde im Jahre 1902 der erste arrivierte Künstler, der seine Musik aufnahm. Dank seiner vielen Aufnahmen wurde Caruso noch berühmter und auch viel wohlhabender, und allen anderen Künstlern wurde klar, dass das Aufnehmen von Musik am Ende doch eine sehr gute Idee war.

 2. Big Joe Turner
Wenn du Rock, R&B oder Popmusik magst oder irgendeine Verbindung damit haben solltest, dann zieh deinen Hut vor diesem Musiker. Er war ein amerikamischer Bluesmusiker aus Missouri und einer der Urväter des Rock and Roll. Sicher nicht der Einzige, aber seine Aufnahme von ‚Roll ‘em Pete’ mit dem Pianisten Pete Johnson aus dem Jahre 1938 ist eines der frühesten Beispiele des Back Beat (das ist der Standard 4/4 Takt, der die Grundlage für fast jeden Rock Song ist). Nachdem er diesen Beat gefunden hatte, war im Jahre 1954 sein Stück ‚Shake Rattle and Roll’ ein riesiger Hit für ihn, aber ein noch größerer kurz darauf für Bill Haley & The Comets, die die Ära von Rock, Popmusik, Teenager Hype usw. einläuteten. Du verstehst schon. Hut ab vor Big Joe Turner.

3. Bo Diddley
Ein weiterer amerikanischer Blues/R&B Musiker, der bei der Geburt der Rockmusik mithalf – was an sich schon genug wäre, seinen Platz in dieser Liste zu rechtfertigen. Und dann führte Mr. Diddley 1955 den ‚Bo Diddley Beat’ ein. Dabei handelt es sich darum, den gleichen Akkord synkopiert auf der Gitarre so zu spielen, dass deine Hüfte sich bewegen muss. Zugleich führte er Rhythmus in die Rockmusik ein und brachte Leute zum Tanzen, die nicht tanzen konnten. Und sie haben seitdem nicht mehr damit aufgehört. Außerdem half er Marvin Gaye bei seinem Einstieg ins Musikgeschäft, lange bevor dieser bei Motown berühmt wurde.

4. Little Richard
Wenn du ein Musiker bist, der bei seinen Auftritten auf einer hell erleuchteten Bühne einfach nicht stillstehen kann, dann hat dich Little Richard damit angesteckt. Seine Songs aus den 50er Jahren wie ‚Tutti Frutti’ und ‚Good Golly Miss Molly’ waren einige der ersten Rock-Hits überhaupt. Was aber bei Little Richard so anders war, das waren seine unglaublichen Live-Auftritte. Vor seiner Zeit saßen oder standen die Musiker während sie spielten. Sonst nichts. Er fegte über die Bühne und riss die Menge mit in einen Rausch. Er war auch der erste Popkünstler, der bei Bühnenauftritten Beleuchtungskonzepte wie Spotlights verwendete. Und als ob das nicht genug wäre, gab er den damals noch unbekannten Beatles bei einem seiner Konzerte in Deutschland einen Support Slot und brachte Paul McCartney bei, zu singen und zu schreien wie er. Später gab er einer weiteren unbekannten Band einen Support Slot, den Rolling Stones. Ach ja, und Mitte der 60er Jahre war Jimi Hendrix der Gitarrist seiner Band.

5. Delia Derbyshire
Ms. Derbyshire, die einzige Dame dieser Aufzählung,  hat im Grunde jeden heutigen Musiker beeinflusst. Sie arbeitete zwischen 1960 und 1973 in London, im BBC Radiophonic Workshop und produzierte für BBC Productions alle möglichen Arten von Musik und Sounds, sehr bekannt wurde die Titelmelodie von ‚Doctor Who’. Zu einer Zeit, als der größte Teil der Popmusik auf Gitarren- und Klavierbegleitung basierte, experimentierten Derbyshire und ihr Team mit allen möglichen elektronischen Apparaturen, um Klänge zu erfinden und zu manipulieren. Sie waren ihrer Zeit so weit voraus, dass sie neben der Erfindung der elektronischen Musik Dinge erforschten, die heute für alle Studiomusiker zum Standard gehören – wie Sampling, Looping, Reverb und filtern. Künstler und Komponisten von Pink Floyd bis zu Stockhausen und George Martin waren alle ihre Fans und schauten immer mal wieder bei ihr rein. Und bei all der digital aufgenommenen Musik dieser Zeit sind wir heute alle Delia’s kreative Kinder.

Bild (c) John McKnight, 2009, Flickr CC