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SPINNUP DECODED: Recording/Mixing/Mastering

Was ist wichtig für gute Aufnahmen? Worauf sollte man beim Mischen und Mastern der Songs achten?

Jede Band träumt davon ihre Songs für die Ewigkeit festzuhalten, sei es auf CD, Vinyl oder in digitaler Form. Das Ganze soll natürlich in möglichst guter Qualität und zur Zufriedenheit der ganzen Band geschehen. Immerhin möchtest du dich mit deinen Aufnahmen über deine Website, Facebook, Soundcloud oder auch Spotify der Öffentlichkeit präsentieren und auch bei professionellen Akteuren aus der Musikbranche, wie beispielsweise Bookern oder Labels, gut dastehen.

Dazu ist es wichtig, dass ihr euch über bestimmte Dinge im Vorhinein im Klaren seid.

RECORDING

Als Erstes benötigt ihr natürlich gute Songs. Denn die technisch beste Aufnahme bringt euch nicht weiter, wenn die Songs zum Einschlafen sind. Überlegt euch also ganz genau, welche eurer Songs am emotionalsten, am mitreißendsten oder am individuellsten sind. Bevor ihr eure Songs dann aufnehmt, probt diese intensiv, am besten mit Click. Wenn ihr die Songs perfekt spielen könnt und ihr euch schon vor der Aufnahme Gedanken über euer Arrangement gemacht habt, spart ihr später viel Zeit bei der Produktion und somit auch Geld. Vielleicht spielt ihr die Songs ja alle gemeinsam ein? Dabei entsteht eine tolle Spieldynamik und die Aufnahmen klingen lebendiger. Oder spielt ihr eure Titel im Overdubbingverfahren ein, d.h. spielt ihr auf Click nacheinander eure Spuren ein, die dann im Nachhinein zusammenmontiert werden? Das kostet viel Zeit in der Nachbearbeitung, bietet euch aber die Möglichkeit gewisse Unsauberkeiten im Nachhinein auszubessern.

Als Nächstes solltet ihr euch überlegen, für welchen Zweck ihr die Aufnahmen benötigt. Wollt ihr nur eure Songideen für euch sichern, braucht ihr ein oder zwei Demoaufnahmen für eure Facebookseite oder strebt ihr eine hochwertige Studio-Albumproduktion an? Vielleicht braucht ihr auch einen Live-Konzertmitschnitt? Je nach Verwendungszweck müsst ihr Zeit, Personal und demnach auch euer Budget planen.

Damit seid ihr auch beim nächsten Schritt. Wer wird eure Songs aufnehmen? Habt ihr einen Kumpel, der schon viel Erfahrung in dem Bereich hat und das Ganze als Freundschaftsgeste macht oder müsst ihr einen vergleichsweise teuren Produzenten anfragen? Und habt ihr bzw. euer Produzent eigenes Equipment, vielleicht ein Home-Recording-Studio oder müsst ihr ein teures Aufnahmestudio anmieten? Dabei ist es nicht unwesentlich, ob ihr mit dem Produzenten menschlich und musikalisch auf einer Wellenlänge seid.

Jetzt kann es endlich losgehen mit dem Recording. Plant genügend Zeit ein. Oft braucht man als Musiker ein paar Stunden, um sich in der ungewohnten Aufnahmesituation wohl zu fühlen und gute Aufnahmen einspielen zu können.

MIXING

Gute Aufnahmen sind die Grundvoraussetzung für einen guten Mix. Beim Mixing geht es darum, die fertig aufgenommenen und geschnittenen Spuren in das richtige Lautstärkenverhältnis zu bringen. Da ihr sicher sehr genaue Vorstellungen habt, wie ihr klingen wollt und welches Instrument in welchem Song, an welcher Stelle besonders wichtig ist, solltet ihr den Mixing-Engineer genau briefen, indem ihr ihm zu den Songs eure Wünsche aufschreibt. Lasst euch von ihm Zwischenergebnisse präsentieren, sodass ihr die Möglichkeit habt, den Mix in die gewünschte Richtung nachzusteuern. Manche Mixing-Engineers sind auch einverstanden, wenn die Band oder einzelne Mitglieder dem Mischvorgang beiwohnen. Fragen kostet nichts.

MASTERING

Der Mastering-Vorgang ist der letzte Schritt, bevor eure Musik das Studio verlässt und der Öffentlichkeit präsentiert wird, ein magisches Gefühl. Mastering ist der Feinschliff der fertig gemischten Songs – die Veredelung deiner Werke. Deine Masteraufnahmen zurückzubekommen und diesen riesigen Unterschied zu hören, der sich gleichzeitig unscheinbar klein ausmacht, ist für jeden Künstler ein besonders belebender Moment.

Idealerweise engagiert ihr einen anderen Engineer für das Mastering eurer Aufnahmen, als denjenigen, der eure Aufnahmen gemischt hat. Somit legt ihr eure Tracks in frische, unverfärbte und neutrale Ohren. Ein Mastering-Engineer ist jedoch froh über jede klangliche Vorgabe, denn Zeit ist Geld. Vielleicht gibt es Songs, die als Referenz dienen können? So kann er schnell zu einem Ergebnis kommen, mit dem ihr zufrieden seid.

Doch Vorsicht! Der fertige Mix, den ihr zum Mastern schickt, sollte nicht überkomprimiert sein, in einer 24bit Auflösung vorliegen und noch genügend Headroom (Spielraum bis zum roten Bereich / unter 0dB) aufweisen.

Bild (c) Steve Hardy, 2008, Flickr CC