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SPINNUP DECODED: Der Künstlermanager

– Kann man sich als Künstler/ als Band eigentlich komplett selbst organisieren oder braucht man Hilfe?
– Ab wann lohnt es sich, mit einem Manager zu arbeiten und was macht der überhaupt?

Sicher hast Du Dich schon oft gefragt, wie es berühmte Musiker zu ihrem großen Durchbruch geschafft haben. Liegt das nur an der guten Musik oder daran, dass eine Band aus vier gutaussehenden, charismatischen Typen besteht? Nun ja, tolle Musik und charismatische Personen sind sicher nicht hinderlich und oft sogar Voraussetzung für Erfolg, doch hinter der Karriere eines Rockstars steckt viel mehr organisatorische und strategische Planung als Du vielleicht denken magst.

Um Musik zu erschaffen und diese für eine Tour perfekt zu proben, benötigt man viel Zeit und einen freien Kopf. Doch das allein reicht nicht, um sich einen Bekanntheitsgrad zu verschaffen. Booking der Konzerte, Verhandlungen mit Plattenfirmen und Verlagen sowie die Koordination von Kooperationen, Interviews und sämtlichen Promotion Aktivitäten sind nur einige der Aufgaben, die zusätzlich auf Dich zukommen, wenn Du es wirklich ernst meinst.

Kannst Du diese ganzen Dinge als Künstler überhaupt allein organisieren?

Naja, zum Beginn Deiner Karriere ist das sicher kein Problem. Im digitalen Musikzeitalter kannst Du günstig Songs aufnehmen und diese über soziale Netzwerke direkt mit deinen Fans teilen. Doch wenn Du Deine ersten kleineren Erfolge feierst, viele Auftritte spielst, Dir über die Musik, die Du machen möchtest im Klaren bist und es langsam zu viel wird, alles selbst zu organisieren, ist es ratsam sich Hilfe zu holen, um wieder mehr Zeit für die wichtigen Dinge zu haben – für Deine Musik und Deine Fans.

Es ist hierbei wichtig, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Du solltest Dir wirklich sicher sein, dass Du einen Manager brauchst und dir Gedanken darüber machen, was Du von ihm erwartest. Ebenfalls wichtig ist, dass Du auf menschlicher Ebene gut mit deinem Manager klarkommst. Im besten Fall ist er auch Dein bester Freund, denn er ist die Person, die immer dabei ist und Dir den Rücken freihalten muss, wenn es stressig wird. Er ist die Person, mit der Du nicht nur über Geschäftliches reden kannst, sondern der Du auch deine persönlichen Befindlichkeiten anvertrauen kannst. Bei der Suche nach dem richtigen Manager gilt: Nicht jeder gute Manager ist gleichzeitig ein guter Manager für Dich. So wie jede Ehe und jede Freundschaft sich von anderen unterscheidet, so ist auch die Beziehung zwischen Künstlern und Managern individuell verschieden. Dein Manager sollte auf jeden Fall ähnliche Vorstellungen von Deinen nächsten strategischen Schritten haben und verstehen, was Du mit deiner Musik ausdrücken möchtest. Lasse Dich allerdings auch nicht sofort von Meinungsverschiedenheiten entmutigen und hör Dir zumindest an, was andere Leute zu sagen haben. Meinungen von Menschen, die schon viele Erfahrungen in der Branche gemacht haben, können sehr interessant für Dich sein.

Wie in jeder Beziehung ist man bestimmt nicht immer einer Meinung und es kann schnell mal zu Auseinandersetzungen kommen. Es ist darum wichtig, sich im Vorfeld auf gewisse Dinge zu einigen (wie z.B. Dauer der Zusammenarbeit, Beteiligung des Managers und Verpflichtungen beider Seiten), und diese Dinge bestenfalls vertraglich festzuhalten. Wenn Du hier gründlich arbeitest, ersparst Du Dir eine Menge Ärger falls Dein Manager irgendwann mal nicht mehr Dein bester Freund sein sollte.

Management Verträge haben normalerweise eine Laufzeit von einem Jahr mit einer Verlängerungsoption nach Ablauf dieses Jahres. So können beide Seiten herausfinden, ob sie mit der Arbeitsbeziehung zufrieden sind. Du solltest darauf achten, dass der Manager den Vertrag nicht ohne Deine Zustimmung verlängern kann. Als Gegenleistung für seine Arbeit wird der Manager mit 15 – 20 % an deinen Einnahmen (z.B. Kooperationen, Albumverkäufe, Streaming, Verlagseinnahmen, Merchandise, Touring, etc.) beteiligt. Du solltest also sicher gehen, dass Du wirklich mit dem Vertrag zufrieden bist bevor Du ihn unterschreibst und Dich von einem Anwalt beraten lassen.

Vergiss nicht, dass Dein Manager nicht Dein Anwalt oder Steuerberater ist. Diese Personen sind auch wichtige Teile deines Teams und haben Ihre eigenen Arbeitsbereiche, die Du getrennt halten musst, um eventuelle Interessenkonflikte zu vermeiden.

Viele betrachten ihren Manager wie ein Bandmitglied. Die Künstler-Manager Beziehung wird eine der wichtigsten und engsten sein, triff also eine weise Entscheidung, erkundige Dich und traue ganz besonders Deinem Instinkt.

Bild (c) Leo Grübler, 2011, Flickr CC