Decoded DE

SPINNUP DECODED: Crowdfunding als alternative Finanzierungsmöglichkeit

Du bist als Künstler chronisch pleite? Wir zeigen Dir, wie du mit Hilfe von Crowdfunding Dein Projekt trotzdem finanzieren kannst und wie du eine Crowdfunding-Kampagne richtige planst und umsetzt.

Es gibt eine große Gemeinsamkeit, die Studenten und Musiker miteinander teilen. Ja, beide trinken sieben Tage die Woche gerne mal einen über den Durst. Aber das meinen wir nicht. Vielmehr ist es das Schicksal des chronischen „Pleiteseins“. Und das ist besonders ärgerlich, wenn Du gerade neue Songs geschrieben oder ein großartiges Konzept für Dein Musikvideo ausgearbeitet hast und plötzlich feststellst, dass Du für die Umsetzung irgendwie Geld benötigst. Und davon oft nicht wenig. Dieser Artikel zeigt Dir daher wie Crowdfunding dabei helfen kann das Minus auf Deinem Bandkonto gegen ein Plus einzutauschen.

Eine Crowdfunding-Kampagne ist eine ideale Möglichkeit ein Projekt mithilfe Deiner Fans finanziell zu realisieren. Hinter dem Begriff „Crowdfunding“ steht die Idee, dass viele verschiedene Personen zusammenlegen, um die Gesamtsumme (Funding-Ziel), die für die Umsetzung des Projekts benötigt wird, zu finanzieren. Damit Deine Crowdfunding-Kampagne erfolgreich wird, musst Du allerdings einige Dinge beachten.

Beim Crowdfunding ist es üblich, dass jeder Fan, der einen Teilbetrag beisteuert als Gegenleistung eine Prämie erhält – ein sogenanntes „Dankeschön“. Die Art und Exklusivität des „Dankeschöns“ richtet sich in der Regel nach der Höhe des gespendeten Betrags und kann von einem späteren Gratis-Download Deiner neuen Songs, deren Produktion Du mit dem Geld aus der Crowdfunding-Kampagne bezahlt hast, bis zu einem Handtuch mit dem Schweiß des Schlagzeugers eigentlich alles sein. Sei kreativ! Je ausgefallener und exklusiver Deine „Dankeschöns“ für Deine Fans sind, desto eher werden sie bereit sein, Dich finanziell zu unterstützen. Ebenfalls solltest du darauf achten, dass bei Deinen „Dankeschöns“ für jeden Geldbeutel etwas dabei ist.

Es ist wichtig, dass Du die benötigte Gesamtsumme nicht zu hoch ansetzt. Natürlich ist es super 200.000 Euro zu sammeln, damit Du mit Deinen Aufnahmen die  Produktionskosten des neuen Daft Punk Albums überbieten kannst. Aber erstens wird diese Idee Deinen Fans nicht plausibel erscheinen und zweitens funktioniert Crowdfunding nach dem „Alles oder Nichts“ – Prinzip. Wird Dein Funding-Ziel nicht innerhalb eines selbst festgelegten Zeitraums von 30 – 90 Tagen vollständig erreicht, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück und Du gehst mit leeren Taschen aus der Kampagne. Damit Deine Mühe nachher also nicht umsonst war, ist es sinnvoll die Höhe Deines Funding-Ziels realistisch zu setzen oder nur einen Teilbetrag Deiner Kosten über Crowdfunding zu finanzieren. Im Durchschnitt beteiligt sich etwa 1% Deiner Fan-Community finanziell an einer Crowdfunding-Kampagne. Die Größe Deiner Fanbase ist daher ein guter Maßstab, an dem Du Dich orientieren kannst.

Je mehr Deine Fans über Dein Vorhaben wissen, desto eher werden sie bereit sein in Dich zu investieren. Daher solltest Du bereits im Vorfeld so viele Informationen wie möglich über Dein Projekt preisgeben. Was ist die Idee dahinter? Wer kümmert sich um die Umsetzung? Und warum habt ihr Euch für Crowdfunding entschieden? sind nur einige Fragen, die Du beantworten solltest. Am Besten drehst Du ein kurzes Video in dem Du Deine Fans direkt ansprichst und um ihre persönliche Mithilfe bittest. Die meisten Leute wissen nicht, welche Kosten hinter einer Musikproduktion stecken. Indem Du Ausgaben wie Studiomiete, GEMA und Pressung so detailliert wie möglich darlegst, wirkst Du ehrlich und schaffst für Deine Fans Vertrauen – oder würdest Du die Katze im Sack kaufen?

Ein weiterer Punkt, über den Du Dir vor Beginn Gedanken machen solltest, ist die Wahl der richtigen Crowdfunding-Plattform. Es gibt zahlreiche Anbieter, die sich in ihren Nutzungsbedingungen, Ausrichtung und Beteiligung unterscheiden. Die englischsprachige Plattform Kickstarter (www.kickstarter.com) behält beispielsweise 8% des finanzierten Betrags für die Bereitstellung ihrer Plattform und des Payment-Systems ein. Dafür verfügt sie aber bereits über eine große Community mit angemeldeten Mitgliedern aus der ganzen Welt, die Du bestenfalls für Dein Projekt begeistern kannst. Die deutsche Plattform Startnext (www.startnext.de) dagegen schüttet 100% der erreichten Gesamtsumme aus und ist ebenfalls auf Kampagnen von Bands und anderen Kreativprojekten spezialisiert.

Egal für welche Plattform Du Dich entscheidest: achte in jedem Fall auf die Möglichkeit, die Kampagne leicht in soziale Netzwerke integrieren zu können. Denn darüber erreichst du letztendlich den Großteil Deiner späteren Geldgeber!

Am besten Du schaust Dir die verschiedenen Websites an oder fragst befreundete Künstler, die bereits eine Crowdfunding-Kampagne umgesetzt haben, warum sie sich für eine bestimmte Plattform entschieden haben. Eine Übersicht über verschiedene Plattformen erhältst du hier:

Ein gutes Beispiel, von dem Du Dich inspirieren lassen kannst, ist die erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne der Band „Killerpilze“, die innerhalb von vier Wochen über 75.000 Euro für die Produktion ihres neuen Albums gesammelt haben: http://www.startnext.de/killerpilze-album-2014.

Aber auch niedrigere Beträge wie 1.200 Euro, als Teilfinanzierung für ein Musikvideo, können mit einer starken Fanbase schnell erreicht werden. Ein Beispiel dazu findest Du bei der Band „Split“: http://www.startnext.de/split.

Bild (c) Rocío Lara, 2013, Flickr CC