Decoded DE

Richte dir dein eigenes Home-Studio ein!

Die derzeitige Situation macht es leider nicht möglich, in externen Tonstudios Musik aufzunehmen. Das soll dich aber nicht davon abhalten, Musik zu machen und zu recorden – denn das kannst du auch von zuhause! Wir zeigen dir, wie du preisgünstig und mit einfachen Mitteln ein Home-Studio bauen kannst, das mit Profi-Studios definitiv mithalten kann!

 

Das brauchst du für dein Heimstudio

Welche Geräte du brauchst, hängt natürlich davon ab, welche Art von Musik du machst. Die Basics sind jedoch für alle Musikrichtungen gleich. Diese sind:

– Eines oder mehrere Mikrofone, wenn du singst oder Instrumente verwendest.
– Gute Kopfhörer, damit du deine Zwischenergebnisse prüfen kannst.
Abhörmonitore für das Mixing und auch, um zu hören, wie sich die Aufnahme im Vergleich zu Kopfhörern anhört.
– Ein Aufnahmegerät, wie zum Beispiel einen Laptop mit Software und einer externen Soundcard oder einem Mischpult, alternativ ein tragbares Aufnahmegerät.

Sehen wir einmal von den Kosten für die Anschaffung eines Laptops ab, kannst du dir für 400 – 500 Euro Equipment zulegen, das für deine Zwecke zunächst völlig ausreicht. Vergiss nicht, dass viele Musikläden eine 0-%-Finanzierung anbieten, die du in Monatsraten zurückzahlen kannst. Entscheide dich allerdings nur dann für so einen Deal, wenn du dir auch sicher bist, dass du die Raten jeden Monat pünktlich zahlen kannst.

 

Mikrofone

Inverstiere in ein gutes Membran-Kondensatormikrofon, mit dem du sowohl Stimme als auch Instrumente mit all ihren Nuancen und Feinheiten aufnehmen kannst. Kleinmembran-Mikrofone eignen sich, wenn der Sound so neutral und unverfälscht wie möglich sein soll. Großmembran-Mikrofone hingegen sorgen für einen lebendigeren, freimütigeren und etwas übertriebenen Klang – perfekt also, wenn du einen lebhafteren Sound anstrebst.

 

Kopfhörer

Leg dir bequeme Kopfhörer zu, die du auch längere Zeit tragen kannst und die eine relativ neutrale Klangwiedergabe bieten. Kopfhörer mit verstärktem Bass zum Beispiel verfälschen den Klang und geben dir keine getreue Wiedergabe deiner Aufnahme.

 

Aufnehmen von Tracks

Abhörmonitore

Genauso wie Kopfhörer müssen auch Abhörmonitore den Sound unverfälscht wiedergeben. Du musst dafür nicht zu viel ausgeben. Es ist wichtiger, dass du weißt, wie sie Musik im Vergleich zu anderen Lautsprechern wiedergeben – wir werden im Abschnitt „Mixing und Mastering“ noch näher darauf eingehen. Sobald du dich an ihren Sound gewöhnt hast und weißt, wie deine Aufnahmen sich im Vergleich dazu auf anderen Lautsprechern anhören, bist du auf dem richtigen Weg.

Aufnahmegeräte

Wenn du bereits einen Laptop oder Desktop-PC hast, dann ist eine USB-Audio-Schnittstelle mit aufnahmefähigen Eingängen eine gute Investition. Kauf eine mit mehreren Eingängen, damit du Vocals und Instrumente oder mehrere Instrumente auf einmal aufnehmen kannst.

Außerdem brauchst du eine Software, mit der du die Aufnahme auf deiner Festplatte speichern und bearbeiten kannst. Audacity ist eine vielseitige kostenlose Recording-Software, die dir die Basics liefert. Allerdings ist sie etwas kompliziert und nicht sehr benutzerfreundlich. Wenn du einen Mac hast, kannst du die kostenlose Software GarageBand nutzen.

Sie ist mittlerweile sehr ausgeklügelt und hat alles, was du fürs Aufnehmen eines Songs brauchst. Zu den beliebten Musik-Softwares, die es zu kaufen gibt, gehören Logic, Ableton und ProTools, das eher zum professionellen Gebrauch gedacht ist.

Egal welche Software du verwendest, schau dir unbedingt die kostenlosen Tutorials an. Damit lernst du wesentlich schneller, was die Software kann, als wenn du versuchst, es alleine herauszufinden.

Es gibt auch portable Audiorekorder zu kaufen, also kleine Handrekorder oder tragbare Multi- track-Aufnahmegeräte, mit denen du deine Ideen auch unterwegs aufzeichnen kannst.

Bonus-Kauf: ein Vorverstärker

Auch ein Vorverstärker kann eine gute Investition sein. Wenn du ihn zwischen dein Mikro- fon oder Instrument und das Aufnahmegerät schaltest, verleiht er dem Audiosignal Wärme, Präsenz und Volumen und sorgt so für einen volleren Klang. Man könnte sagen, er wirkt wie ein Super-Boost auf deine Aufnahmen, bevor sie noch mit der Aufnahmeschnittstelle in Berührung kommen, wo sie noch weiter verstärkt werden.

Akustik

Im Idealfall solltest du die Akustik des Raumes, in welchem du aufnimmst, ein wenig verändern können. Man sollte während der Aufnahme keine Raumgeräusche und keinen Hall hören können. Je leerer ein Raum ist, desto hörbarer sind diese Geräusche. Versuche also nicht, in einem kargen, hallenden Zimmer aufzunehmen.

Es gibt unterschiedlichste Schaumstoffplatten zu kaufen, mit denen du die Schallreflexionen in deinem Zimmer dämpfen kannst. Es ist allerdings ratsam, dich von Fachleuten beraten zu lassen, denn (Raum-)Akustik ist eine sehr komplizierte Wissenschaft.

Anmerkung: Wenn du den Klang deines Zimmers magst oder dieser bewusst Teil deines Sounds sein soll, dann ist das völlig okay, und wenn du nur ein paar Skizzen oder ein Demo aufnehmen möchtest, dann solltest du dir sowieso keine allzu großen Gedanken über die Akustik machen. Dazu geht es schließlich im nächsten Schritt in professionelle Tonstudios. Wenn du allerdings etwas Kontrolle über die Klangqualität deiner Aufnahmen im Heimstudio haben möchtest, solltest du zumindest ein Minimum an Raumverkleidung in Erwägung ziehen.

 

 

Da es momentan auch nicht möglich ist, in Musikläden vor Ort einzukaufen, bleibt nur die Möglichkeit, dies online zu tun. Weitere Tipps, wie du deine Songs am besten selber aufnehmen kannst, findest du in unserem umfassenden Recording-Leitfaden

Wir sind gespannt auf deine Tracks!