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Producer of the Month: RENNOC im Interview mit der Beat Unit

Letztens haben wir euch hier unseren neuen Partner Beat Unit e.V. vorgestellt. Die Gründer Flavio und Sinan setzen sich immer wieder mit Produzenten zusammen, um diese über ihre Musik und ihr Leben auszufragen. Heute mit dem Produzenten RENNOC:

 
DER PREIS DER SELBSTSTÄNDIGKEIT MIT RENNOC

Beatmaker – ein neuer Beruf mit viel Möglichkeiten zum Aufstieg. Der Begriff Beatmaker ist derzeit ein wenig negativ behaftet. Dass der Beruf des Beatmakers tatsächlich ein Beruf ist, sehen viele Leute nicht. Beatmaker werden genauso benötigt wie Samplemaker & Producer. Ein Produzent, der das erfolgreich gemeistert hat, ist Rennoc, der uns für ein Interview Rede und Antwort stand. Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, uns Fragen zum Preis der Selbstständigkeit zu beantworten.
 
Du hast für die Beteiligung am Kollegah Album „Alphagene 2“ von der GFK den offiziellen Nummer 1 Award der Deutschen Charts überreicht bekommen. Wie lange hast du auf diesen Augenblick gewartet?

Um ehrlich zu sein habe ich nicht darauf gewartet. Jeder Producer träumt von einer Auszeichnung (Award, Goldene Platte ect), aber damit, dass es tatsächlich einmal eintrifft, rechnet man dann doch nicht. Daher ist dieser Award für mich auch etwas ganz besonderes.
 
Wie lange produzierst du schon und wie hast du angefangen?

2013 fing es bei mir damit an, dass ich täglich Beats produziert habe – das heißt, ich produziere seit sieben Jahren Musik. Ich habe mit Fl Studio Studio 9 angefangen, was ich bis heute nutze und liebe.
 
Was ist deiner Meinung nach das wichtigste um in der Szene zu bestehen?

Durchhaltevermögen – ganz klar. Jede Richtung hat ihren Zeitgeist und oftmals kommen alte Sachen wieder zurück. Ich produziere überwiegend eher dunkle, harte Streetsachen und man sagte mir oft, dass ich damit heutzutage nichts mehr reißen kann; stattdessen sollte ich Trap oder Dancehall produzieren. Aber wie man sehen und hören kann, hat es doch geklappt in der heutigen Zeit zwei starke Streetbeats auf einem Album zu platzieren.
 
Wie ist deine Erfahrung mit Beatverkäufen?

Was das angeht ist das Musikgeschäft sehr hart. Die Leute wollen um Beatpreise feilschen wie auf einem Basar. Ich produziere vorerst ausschließlich Exklusive Beats; mit Leasingbeats wie auf Beatstars oder ähnlichen Plattformen habe ich bisher keine Erfahrung gemacht.
 
Bist du bei der GEMA angemeldet?

Selbstverständlich. Ich kann jedem Nachwuchsproduzenten dazu raten, dies ebenfalls schnellst möglich zu tun. Meine Anmeldung kam mit dem ersten großen Placement und hat sich insgesamt fast sechs Monate hingezogen, dadurch konnte ich das Werk, an dem ich beteiligt war, erst später anmelden.
 
Wann hast du damit angefangen, Masterrights für deine Arbeit zu nehmen?

Nachdem ich davon gehört habe.
Alle sprechen von Handgeld für die Beats und Gema, aber kaum einer ist so ehrlich und erklärt dir was Masterrights sind und ab wann man sie nimmt. Ich habe erst durch den NurRap Podcast mit der Beatunit auf Spotify etwas davon mitbekommen und anschließend selbst noch darüber recherchiert.
 
Wer verhandelt für dich und rätst du langfristig zu einem Producermanagement?

Mario Skakalo aka Freshmaker hat 2020 die Gruppe New.Wave gegründet, bei der er Nachwuchsproduzenten wie mir unter die Arme greift und eine Chance auf ein Placement gibt. Freshmaker verhandelt innerhalb der Gruppe die Preise unserer Beats, da er in seiner Position einfach den besten Preis für uns rausholen kann. Künstler schreiben mich teilweise auch selbst an und komme ich in einer Verhandlung nicht weiter, kann ich diese mit bestem Gewissen an Freshmaker weiterleiten. Meiner Meinung nach sollte ein Producermanagment nicht zu viele Künstler aufnehmen, denn das steigert die Chance eines Placements enorm und lohnt sich dann auch für die Künstler.
 
Was ist deine Lieblingsproduktion?

Die liegt aktuell noch auf meinen Rechner und wartet darauf, gepickt zu werden.
 
Was ist das Instrument des Jahres 2021?

Keine Ahnung, wenn ihr es wisst, gebt mir Bescheid (grinst).
 
Wie hast du es geschafft, freundschaftliche Angelegenheiten von beruflichen zu trennen?

Das bringt die Erfahrung mit sich. Mag sein, dass die Vermischung bei einigen klappt, aber bei mir hat sich vieles dadurch zum Nachteil entwickelt, deswegen trenne ich es nun strikt.
 
Was motiviert dich jeden Tag dazu, zu produzieren?

Die Leidenschaft zur Musik ist mein Antrieb. Ich habe schon Zeiten durchlebt, in denen ich teilweise ein bis zwei Wochen nichts produziert habe und alles hinwerfen wollte, aber am Ende setze ich mich doch wieder an den Rechner und fange wieder an, Beats zu produzieren.
 
Du arbeitest als Beatmaker auch oft ins Leere. Trotzdem hast du es geschafft, erfolgreiche Singles zu platzieren – woher nimmst du deine Inspiration?

Man mag jetzt schmunzeln, aber das Schauen von Serien und Filme haben mir schon oft bei Blockaden geholfen. Nichtsahnend schaut man etwas und auf einmal ist da eine Melodie, die dir direkt in den Kopf schießt.
 
Hast du einen Steuerberater? Ab welchem Zeitpunkt würdest du jungen Producern zu einem raten?

Ja, ich habe einen Steuerberater. Allerdings mache ich noch nicht den Umsatz, dass es sich lohnt, diesen für seine Tätigkeit einzuschalten. Aber ich halte alle paar Monate Rücksprache mit ihm, bringe ihn up to date und schaue wo sich das Ganze in Zukunft hin bewegt.
 
Würdest du Producern die Beat Unit empfehlen?

Ich kann es jedem Produzenten nur ans Herz legen beizutreten und bin selbst von Anfang an ein Mitglied des Vereins. Ein Verein, der sich für die Rechte der Produzenten einsetzt, bildungsfördernde Beiträge zur Musikbranche schafft & Meet Ups auf die Beine stellt. Der wichtigste Faktor für mich ist, dass Nachwuchsproduzenten aufgeklärt werden und die Community gepusht wird. So einen Verein gab es bisher nicht und ich hoffe das du die Community weiter wächst. Dank der Beat Unit habe ich bisher erweiterte Kenntnisse in den Bereichen Mix & Master von Instrumentals/ Beats erlangt, darüber hinaus auch Kenntnisse über vertragliche Inhalte bei Beatverkäufen und vielem mehr.
 
Interviews, Tipps für dich als Produzent und vieles mehr findest du auf der Website von Beat Unit e.V.! Auch einen Klick auf die Beat Unit x Spinnup Playlist lohnt sich! Schau doch mal vorbei!