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Producer of the Month: Niza

Bestimmt kennt ihr schon unsere Partner von der Beat Unit e.V., die wir euch hier vorgestellt haben. Sie setzen sich immer wieder mit Produzenten zusammen, um diese über ihre Musik und ihr Leben auszufragen. Heute mit dem Produzenten Niza:

Niza, ich freue mich auf deine Antworten und Perspektiven. Das Leben eines Künstlers ist oft nicht leicht, aber die Darstellung ist schön, wie siehst du das als Producer?

Ja. Das Leben als Producer ist schön unter der Voraussetzung: Du musst die Musik lieben und vor allem Deine Musik lieben. Unter dieser Voraussetzung fühlst du dich als Teil aller weiteren Schritte für diesen Song. Als Producer versuchst du eine Emotion zu vermitteln und wenn sich diese in der Resonanz spiegelt ist das Leben – aus meiner Sicht – schön und unabhängig von Erfahrung und Status flashed mich das immer wieder aufs Neue. Wenn du nicht in der Materie bist, den Sound nicht so oft hörst und du die Kunst mehr als „Arbeit“ auslebst, wird dich dieser Effekt nie erreichen.

Producer sind nicht so angreifbar wie Vocal-Artist, weil der Fokus in der Öffentlichkeit dort stärker ist. Wie siehst du das?

Die Dankbarkeit der Hörer sind bei guten Songs immer den Vocal-Artistst gewidmet. Die Frage ist jetzt, sind Producer nicht angreifbar oder bekommen sie nicht die Wertschätzung? Das muss jeder mit sich selbst ausmachen, wie er diesen Prozess wahrnimmt.

Du lebst im Zeitalter der Fame-Producer, immer mehr und mehr Producer sind Teil des Rampenlichts. Wie investierst du deine Energie hinsichtlich dieses Fames?

Das Topic ist sehr groß und aktuell, darüber wird in Meetings immer wieder diskutiert. Hier ist definitiv ein Mindset-Change notwendig für uns als Producer und auch bei mir habe ich den Wandel gespürt, obwohl ich bis vor zwei Jahren ziemlich relaxed war. Das Branding, Social Media und die Präsenz sind inzwischen sehr wichtig geworden und das nicht nur in Bezug auf Hörer sondern viel mehr für die Zusammenarbeit mit Künstlern. Du musst dein Business wie das eines Rappers händeln.

So auf easy erklärt: Wenn die Leute wissen, wer du bist, dann läuft dein Business besser. Dein Networking verstärkt sich. Die Zeiten des Schatten-Producers sind vorbei. Der Producer sollte greifbar sein und nicht nur einen unendlichen Katalog haben mit Placements ohne Name dahinter.

Was darf dein Work-Flow unterbrechen?

Ich bin ziemlich entspannt was das angeht. Es gibt keine konkreten Dinge oder anderes, wo ich drauf achte oder nicht. Oft hängen wir im Studio mit meinen Jungs ab und alles läuft entspannt, doch ich beschäftige mich mit meinem Sound und ob dann die anderen noch da sind oder nicht beeinflusst nicht meinen Workflow. Ich genieße die Zeit und meine Arbeit.

Ist dein Umfeld mehr Zuschauer, Judge oder stiller Betrachter?

Stille Betrachter, aber nicht bewusst von meiner Seite aus. Dieses Thema ist für viele Newcomer ein Genickbrecher, warum?

Du sitzt im Studio und beginnst. Du beginnst mit den Basics und diese stillen Betrachter urteilen sehr früh zu positiv, weil sie dich lieben. Wenn du diesen Hype mitfährst, kann es passieren das der Sound am Ende sich nicht nachdem anhört was du eigentlich produzieren wolltest und du dich bremst besser zu werden. Für mich zählt sehr harte Selbstkritik und die Ehrlichkeit zu sich selbst, eines der wichtigsten Instrumente für einen erfolgreichen Producer. Der Beat muss mir gerecht werden und wenn ich davon nicht überzeugt bin, dann lösche diesen auch sofort. Natürlich entsteht Freude über positives Feedback, ganz klar, vor allem wenn jemand dieselben positiven Aspekte oder Details feiert wie ich.

Welches ist dein größtes Invest in deine Karriere?

Die Zeit die ich in die Kunst investiert habe. Die Arbeit vor dem Laptop. Diese Zeit war ein wichtiges Investment, um meine Skills wirklich zu verbessern. Das Training Beats zu machen.

Diese Zeit bekomme ich nicht zurück, aber das Investment kommt zurück. Ich merke es in allen Steps, sei es mein Ohr für die Musik oder auch Skill-Level. Die Zeit die Producer investieren für ein Placement ist die schwierigste Zeit und oft leben diese in Ungewissheit, ob sich diese Zeit auszahlen wird und am Ende das Ziel sichtbar ist. Außerdem nehmen andere Faktoren auch Einfluss auf diesen Invest die man nicht steuern kann.

Gibt es einen Offline-Niza oder ist die Leidenschaft eine Sucht? Dein Alltag.

Ja, seit 2 Jahren gibt es diesen Offline-Niza. Ich habe auch gelernt, dass das wichtig ist die Balance zu halten. Es ist Business, ein Business, das aus einem Hobby heraus entstanden ist, darüber bin ich sehr glücklich, aber ich kann auch mittlerweile abschalten. Der Effekt des Offline-Nizas ist: die Pausen führen zu neuen Ideen und mehr Energie. Genau das macht es besonders.

Wer oder was ist dein härtester Gegner als Producer im Alltag?

Ich selbst. Ich kenne die Ergebnisse meiner harten Arbeit bzw. ich kann meine Skills sehr gut einschätzen. Natürlich kenne ich auch meine Limits, da bin sehr ehrlich mit mir selbst.

Wenn Ich, aber nicht versuche die Limits zu erreichen oder nicht erreiche, dann bekämpfe ich mit allen mit Mitteln diesen Gegner – mich. Wie eben schon angesprochen bin ich selbst mein größter Kritiker. Die Challenge ist sich selbst als größten Gegner zu nehmen, denn das ist die Base für deine Arbeit.

Ich führe kontinuierlich diesen Kampf.

GEMA – warst du schon in ein Fall verwickelt? Wenn Nein, wieso nicht?

(lach).. Nein bis jetzt nicht. Da bin ich wirklich clean. Ich kenne viele Fälle und auch Stories, doch bis jetzt war ich nicht verwickelt.

Klassiker – hat Rente ne Hook, Clap und ein Rhythmus?

Ich weiß es gar nicht so ganz genau.

Die Musik selbst bleibt immer ein Teil von mir, vollkommen unabhängig von Alter, Arbeit etc. Ich plane einiges für die Zukunft was das producen und dem Business angeht, denn ich habe noch viel Hunger und bin lange nicht am Ende angekommen. Aber wie schon erwähnt wird die Musik, egal in welchem Bezug, immer mit mir sein. Music-Money darf gerne auch im hohen Alter fließen, bin ich cool mit (lacht).

Was bedeutet für dich als Producer „Erfolg“?

Wenn der Hörer dieselbe Emotion empfindet, die ich beim producen gefühlt habe und dieser in selbe Vibe kommt wie ich. Meine Vision spiegelt sich in meinem Sound und auf allen anderen Faktoren habe ich keinen Einfluss, doch wenn sich die Elemente gut zu spielen, deine Vision mit den Faktoren harmoniert, dann fühlt es sich nach Erfolg an.

Was ist für dich der Preis der Selbstständigkeit?

Freizeit ist für mich der Preis der Selbstständigkeit. Als Nicht-Selbstständiger ist dein Arbeitsbeginn und -ende festgelegt und du erfüllst deine Funktion am Ende des Tages. Doch in der Selbstständigkeit umfasst dich deine Arbeit meist grenzenlos und als selbstständiger Producer bist du an so vielen Aufgaben zugleich dran, dass du zu „Freizeit“ gar nicht kommst. Es fängt mit Kleinigkeiten an wie Nachrichten auf Whatsapp, Anrufe, Smalltalk etc. und hieran merkst du das kein wirklicher Feierabend existiert – unter der Voraussetzung du bist into it.

Wie stehst du zur BeatUnit?

Die Idee ist genial. Die Community braucht dieses Format, vor allem für junge Producer und Newcomer ist es perfekt, um Knowledge zu sammeln und gezielt sich auszutauschen. Mein Weg wäre wahrscheinlich anders verlaufen oder einfacher, wenn es dieses Format schon viel länger geben würde. In einer Zeit vor Beat Unit waren alle Producer in der Do-it-yourself Mentalität, entweder es funktioniert oder auch nicht. Es gilt ganz klar: Die Beat Unit ist cool.

Ich danke dir für deine Worte und das du deine Gedanken mit uns geteilt hast. Stay fit and healthy.D