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Die 5 wichtigsten Tipps für ein richtiges Konzerterlebnis als Musiker

Wie verhält man sich als Künstler am Besten auf der Bühne?

Saskia Rienth ist Medienberaterin und Kommunikationstrainerin speziell für Bands und Solomusiker. Hier gibt sie die 5 wichtigsten Tipps, wie man ein unvergessliches Konzerterlebnis schafft.

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#1 Habt Spaß und macht alles bewusst

Es gibt nichts Schöneres als Musiker zu sehen, die lieben was sie tun und voller Leidenschaft in ihrer Musik aufgehen. Dieser Funke springt sofort auf das Publikum über und garantiert eine tolle Atmosphäre. Lebt euren Traum, dann bekommt ihr auf der Bühne automatisch eine selbstbewusste Haltung und vor allem Ausstrahlung.
Wichtig ist, dass ihr von der ersten bis zur letzten Sekunde eures Konzerts Präsenz zeigst. Viele Bands verlieren ihre Körperspannung sobald die Songs aufhören, oder auch gerne beim Abgang von der Bühne am Ende des Konzerts. Das ist immer schade und wirkt so, also ob die Band vorher dem Publikum etwas vorgespielt hat und plötzlich authentisch wird. Auch wenn das gar nicht stimmt. Deswegen fallt nicht aus der Rolle, und haltet eure Spannung, macht alles bewusst und nichts zu hektisch, weil es euch vielleicht peinlich ist. Legt euch richtig rein, genießt es, sprecht deutlich und macht klare Bewegungen, damit die hinteren Reihen euch auch sehen und hören können.

#2 No-Go Ansagen

„Der nächste Song heisst, …“ ist der uninteressantes Satz von allen, darin erfährt das Publikum so gut wie keine Infos, außer den Namen des Songtitels und den wird man ohne verknüpfte Emotionen schnell vergessen. Überlegt euch also eine interessante Zusatzinfo: Worum geht’s in dem Song, wie ist er entstanden, für wen gewidmet, Message,… Oder verknüpft den Songtitel mit einer Aufforderung zum Tanzen, Abgehen, Innehalten etc. Berührt das Publikum, nehmt es an die Hand und teilt mit ihnen eure Emotionen.
Geht gar nicht bei Cover Songs, die Ansage: „Der nächste Song ist leider nicht von mir“. Sagt dem Publikum lieber, was euch an dem Song so gut gefällt, warum ihr ihn so gerne spielen wollt und dass ihr eine eigene Version/Interpretation kreiert habt. Durch diese Info wird der Song emotional aufgewertet und er ist für das Publikum plötzlich auch viel bedeutender als irgendein Cover Song.

#3 Erwähnt eure wichtigsten Infos

Eine der wichtigsten Infos bei einem Konzert ist der Band- bzw. Künstlername. Wenn den Zuschauern gefällt, was sie hören, merken sie sich euren Namen und können euch später im Internet wiederfinden. (Vor allem bei Support Shows, Stadtfesten, Festivals wichtig!) Leider erwähnen viele Musiker ihren Namen nur einmal und meist sehr undeutlich. Ich empfehle bei einem Konzert von ca. 40 Minuten, euren Namen zu Beginn, in der Mitte und am Ende zu erwähnen. Bei kürzeren Konzerten reicht es auch am Anfang und am Ende. Sprecht euren Namen möglichst deutlich aus, damit auch jeder in den hinteren Reihen versteht, wer ihr seid. Kombiniert euren Namen am besten mit weiteren Infos, wie Homepage, Album, Merchandise Stand, Facebook Seite etc. dann habt ihr gleich eine schöne Ansage.
Am Einfachsten und Effektivsten ist übrigens ein großer Schriftzug mit dem Künstlernamen auf der Bühne, da braucht ihr gar nicht mehr viel sagen 🙂

#4 Haltet Blickkontakt

Jedes Konzert hat etwas Magisches, wenn ihr es schafft zu eurem Publikum eine Beziehung aufzubauen. Direkter Augenkontakt ist der Schlüssel für diesen Brückenschlag zwischen Künstler und Publikum. Das öffnet die Herzen der Zuschauern für eure Musik. Immer wenn ihr eurem Publikum direkt in die Augen schaut, entsteht eine ganz besondere Spannung. Natürlich könnt ihr auch mal mit geschlossen Augen performen, wichtig ist nur regelmäßiger Blickkontakt durch alle Reihen. Teilt euch das Publikum gedanklich in drei Reihen auf: Vorne, Mitte, Hinten. Dann schaut ihr immer mal wieder nach links vorne, links hinten, links in der Mitte und auch mal rechts hinten, rechts vorne oder rechts in der Mitte das Publikum an. So habt ihr schonmal 6 grobe Fixpunkte im Publikum, dabei ist die Reihenfolge eurer Blickrichtungen total egal. Macht das wie es euch gefällt.
Übrigens lässt die Spannung zwischen Publikum und Künstler ganz schnell nach, wenn ihr euch mit dem Rücken zum Publikum dreht. Die Zuschauer kleben förmlich an euren Gesichtern und wenn ihr euch umdreht, geht dieses Verbindung für einen kurzen Moment verloren. Besser: Rücken zum Publikum vermeiden, wenn es nicht anders geht, nehmt das Publikum mit und unterhaltet es weiter, wenn nicht durch Blickkontakt, dann durch Worte. Ihr könnt auch mal kommentieren was ihr da gerade macht oder umbaut und warum das für den nächsten Song so wichtig ist… Dann sind die Zuschauer neugierig, was auf sie zukommt und schauen euch zu.

#5 Im Zweifelsfall authentisch

Wenn ihr super nervös seid und merkt, dass die Show nicht so entspannt läuft, wie ihr sie euch vorgestellt habt, dann erwähnt ruhig einmal (bitte nicht öfter, das ist wiederum peinlich!) wie aufgeregt ihr gerade seid. Macht euch Luft. Manchmal kann das Publikum schwer einordnen, warum die Band auf der Bühne so in sich gekehrt oder abgewendet ist. Wenn die Zuschauer aber erfahren, dass ihr gerade zum ersten Mal vor so vielen Menschen spielt, oder das erste Mal in dieser Besetzung, mit neuen Songs, was auch immer, macht euch das total sympathisch und alle merken wie authentisch ihr seid. Die meisten im Publikum können sich vorstellen, wie aufgeregt sie an eurer Stelle wären und fühlen mit euch mit. Also steht zu euren Schwächen, sie machen euch menschlich. 🙂

 

© Saskia Rienth, Medienberatung und Kommunikationstraining speziell für kreative Köpfe

www.saskiarienth.de

 

Bild (c) goatling, 2012, Flickr CC