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Coronavirus – finanzielle Soforthilfen für Artists und Producer

Konzertausfälle, geplatzte Promo-Auftritte und verschobene Songwriting-Sessions oder Studio-Aufnahmen: In Zeiten der Corona-Krise herrscht viel Unsicherheit darüber, wie es weitergehen soll mit der eigenen Musik und die finanzielle Situation spitzt sich für viele Künstler*innen und Produzent*innen zu.

 

Im März hat der Deutsche Bundestag einen riesigen Rettungsschirm beschlossen – bis zu 50 Milliarden Euro für Solo-Selbstständige, Kleinunternehmen und freiberuflich Tätige – also auch für Künstler*innen, Producer, Leute mit eigenen Studios und Veranstalter*innen. Diese Soforthilfe wird über die einzelnen Bundesländer verteilt, gleichzeitig bieten viele Länder und Städte noch zusätzliche Hilfen.

Auch in Österreich und der Schweiz haben die Regierungen Soforthilfen auf den Weg gebracht.

Wir haben in allen drei Ländern umfassend für dich recherchiert und zeigen dir, wo du von staatlichen Institutionen und Verwertungsgesellschaften wie GEMA & Co. Soforthilfe-Zuschüsse und Fördermöglichkeiten für Musikschaffende beantragen kannst. Sie sollen dir durch die schwierige Zeit helfen, damit du dich auf das konzentrieren kannst, worin du am besten bist: Musik machen!

Die Hilfsprogramme haben teilweise sehr unterschiedliche Anforderungen – schau einfach, welches Angebot für dich am besten passt. Beachte auch, dass sich die Hilfeleistungen teilweise gegenseitig ausschließen.

 

Deutschland

 

GEMA

Die GEMA hat zwei verschiedene Programme aufgestellt. Zum einen den “Schutzschirm LIVE“: Mitglieder können hier seit dem 30.03. Vorschüsse auf zukünftige Ausschüttungen beantragen und so die Durststrecke bis zu den regulären Zahlungen verringern.

Besonders stark betroffene Komponist*innen und Autor*innen können darüber hinaus hier einen Härtefallantrag stellen und bekommen nach Prüfung der Anträge eine Einmalzahlung aus dem Hilfsfonds von bis zu 5000 Euro.

 

GVL

Vor allem für Producer, Studiomusiker*innen interessant: Leute, die ausschließlich freiberuflich oder kurzfristig beschäftigt tätig sind (z. B. im Rahmen von Festivals) und durch coronabedingte Veranstaltungs- oder Produktionsabsagen Honorarausfälle haben, können hier eine einmalige Hilfe von 250 Euro beantragen. Voraussetzung: du musst bereits an mindestens einer regulären Ausschüttung der GVL teilgenommen haben.

 

KSK

Bist du bei der Künstlersozialkasse versichert, kannst du jetzt aufgrund von Einnahmeausfällen eine Reduzierung deines monatlichen Versicherungsbeitrags beantragen. Bei akuten Zahlungsschwierigkeiten können zudem individuelle Zahlungserleichterungen gewährt werden. Hier erfährst du mehr dazu.

 

Bayern

Das Land Bayern hat Mitte März ein Soforthilfe-Programm gestartet, das sich ausdrücklich auch an Leute aus dem Kultur- und Kreativsektor richtet. Eine der Grundvoraussetzungen ist, dass du in Bayern wohnst – klar. Hier geht’s zum Antrag.

Die Landesregierung hat inzwischen nochmal nachgebessert und Hilfsmaßnahmen speziell für Kulturschaffende entwickelt. Bis zu 3000 Euro kannst du beantragen. Hier geht’s zu den Infos und zum Online-Antrag.

 

Baden-Württemberg

Hilfe für Selbstständige aus dem Kulturbereich und und freischaffende Künstler*innen gibt es unter dem Projektnamen Soforthilfe Corona hier.

 

Berlin

Der Berliner Senat hatte ursprünglich ein eigenes Programm aufgelegt, speziell für Kleinstunernehmen, Solo-Selbstständige und Kreativschaffende. Neben den Geldern aus dem Hilfsfonds des Bundes konntest du vom Land Berlin zusätzlich 5.000 Euro beantragen.

Mittlerweile hat die Investitionsbank Berlin die Landeshilfen mit den Bundeshilfen (s. o.) zusammengelegt. Soloselbstständige und Kleinunternehmen können nun bis zu 9.000 Euro beantragen. Weitere Einzelheiten und das Antragsformular findest du hier.

Vom Berliner Senat werden aktuell regelmäßig neue Hilfsprogramme aufgelegt, auch für kulturelle Einrichtungen, Clubbetreiber*innen und Festivals. Alle Infos findest du hier.

 

Brandenburg

Auch vom Land Brandenburg gibt es eine Soforthilfe, die du hier beantragen kannst.

 

Bremen

Wenn du als Selbstständige*r oder Freelancer in Bremen oder Bremerhaven lebst, kannst du hier einen Zuschuss beantragen.

Speziell für Betroffene aus dem Kultursektor, also Musiker*innen, Künstler*innen und Co. wurde am 31.03. ein Zusatzprogramm auf den Weg gebracht – bis max. 2.000 Euro gibt es für alle aus der Kreativwirtschaft, deren persönliche Existenz durch die Krise gefährdet ist. Anträge können seit dem 02.04. gestellt werden. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft in der KSK und nachgewiesene Einnahmeausfälle für die Zeit nach dem 18.03. aufgrund von z. B. Veranstaltungsabsagen. Doppelförderungen sind ausgeschlossen. Hier bekommst du weitere Infos.

 

Hamburg

In Hamburg gibt es – wie in den meisten anderen Bundesländern auch – unterschiedliche Programme; Kredite auf der einen Seite, finanzielle Soforthilfen (die du nicht zurückzahlen musst) auf der anderen Seite. Einen Überblick bekommst du hier.

Auch die Hamburgische Kulturstiftung hat einen Hilfsfonds aufgelegt – Künstler*innen konnten hier noch bis zum 15.04. eine Soforthilfe von 2.500 Euro beantragen.

 

Hessen

Wenn du im Bundesland Hessen lebst und freiberuflich arbeitest oder selbstständig bist, kannst du hier eine Soforthilfe beantragen.

 

Mecklenburg-Vorpommern

Wenn du im nordöstlichsten Bundesland Deutschlands lebst, kannst du hier einen Antrag auf finanzielle Hilfen stellen.

 

Niedersachsen

Von der Corona-Krise betroffene Selbstständige und Freiberufler*innen aus Niedersachsen erhalten hier finanzielle Unterstützung.

 

Nordrhein-Westfalen

Die NRW-Soforthilfe 2020 funktioniert ähnlich wie die Programme der anderen Bundesländer – hier kannst du einen Zuschuss beantragen.

 

Rheinland-Pfalz

Zusätzlich zu den Geldern aus dem Soforthilfefonds des Bundes kannst du über dein Bundesland u. U. zinslose Kredite beantragen und musst auch Förderungen, die du für krisenbedingt verschobene Konzerte oder Tourneen erhalten hast, nicht zurückzahlen. Alle Infos und Ansprechpartner*innen findest du hier.

 

Saarland

Die Landesregierung hat zusätzlich zu den deutschlandweiten Hilfsmaßnahmen ein Überlebenspaket für kleine und mittlere Unternehmen konzipiert, welches Selbstständige und Kulturschaffende beantragen können – die Hilfen variieren zwischen 3.000 und 10.000 Euro je nach Betriebsgröße. Alle Infos findest du hier.

 

Sachsen

Wenn du Sachsen lebst und arbeitest und dein Unternehmen oder du als selbstständig tätige Person coronabedingt in finanzielle Schwierigkeiten geraten bist, kannst du dank des Programms “Sachsen hilft sofort” ein zinsfreies Darlehen  beantragen – weitere Infos dazu gibt es hier. Natürlich gibt es parallel dazu auch die Soforthilfen des Bundes – die du ebenfalls hier bei der Sächsischen Aufbaubank beantragen kannst.

 

Sachsen-Anhalt

Neben den bekannten Bundeshilfen gibt es auch die Möglichkeit geben, bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt weitere Zuschüsse für Selbstständige und Künstler*innen zu beantragen. Infos dazu bekommst du hier – auch unter der kostenlosen Hotline.

 

Schleswig-Holstein

Ab sofort werden die Hilfen des Bundes verteilt, zusätzlich bietet dir dein Bundesland noch weitere Erleichterungen wie z. B. Steuerstundungen. Alle Infos und Anträge findest du hier.

 

Thüringen

Wenn du in Thüringen lebst und deine Wirkungsstätte hast, ist die Thüringer Aufbaubank Ansprechpartner für dich in Sachen Soforthilfeprogramm Corona 2020. Alle Infos und Definitionen darüber, ob du berechtigt bist, findest du hier.

 

Österreich

Bundesweit gibt es einen Härtefallfonds, der Soforthilfen bereitstellt. Ob du die Voraussetzungen für einen Antrag erfüllst, erfährst du hier.

Kulturschaffende und Musiker*innen können ggf. beim Künstler-Sozialversicherungsfonds (KSVF) eine Soforthilfe beantragen, die ähnlich aufgebaut ist wie der Härtefallfonds. Alle Infos dazu findest du hier.

Darüber hinaus haben die Österreichische Interpretengesellschaft OESTIG, AKM & austro mechana einen Kultur-Katastrophenfonds für Musikschaffende eingerichtet. Hier kannst du Hilfen beantragen.

 

Schweiz

Auch die Schweiz hat das größte Hilfspaket ihrer Geschichte aufgelegt – über 40 Milliarden Franken werden für die schweizerische Wirtschaft bereitgestellt.

Selbstständige können sogenannte Taggelder beantragen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Nach erfolgreichem Antrag bekommst du 80% deines regulären Verdienstes, maximal jedoch 196 Franken pro Tag. Hier kannst du deinen Antrag bei der AHV-Ausgleichskasse stellen.

Die SONART sammelt im Moment noch Daten und Erfahrungsberichte von betroffenen Kulturschaffenden, je mehr Veranstaltungs- und Gagenausfälle dokumentiert sind, desto besser kann der Bund einschätzen, in welcher Höhe Hilfen speziell für Künstler*innen und Musikschaffende auf den Weg gebracht werden müssen. Weitere Infos gibt es hier.

 

Unsere Liste wird regelmäßig aktualisiert und erweitert, wir hoffen aber, dir schon mal einen ersten Überblick verschafft zu haben. Wir bleiben für dich dran und informieren dich auf unserem Blog und auf unseren Kanälen bei Instagram, Twitter und Facebook, sobald es etwas Neues gibt.

 


Schau dir gern auch unsere Tipps an, wie du die Zeit während der Corona-Krise sinnvoll für deine Musikkarriere nutzen kannst.


 

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